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Färben mit Naturfarben -eine neue Liebe?

 

 

Schon seit längerem liebäugel ich damit, auch Baumwoll- und Leinengarne und andere Pflanzenfasermischungen wie zB die tolle "Nepal" von Pascuali ins Programm aufzunehmen. Allerdings stieß ich dabei mit meinen Wollfarben an Grenzen.

Vor ein paar Jahren schon hatte ich mir einige Bücher zum Thema "Pflanzenfärbungen" besorgt, aber mich nie so richtig weiter damit beschäftigt.

Nun schwirrte diese Idee aber weiterhin im hintersten Gehirnstübchen herum und reifte langsam, still und leise vor sich hin. Jetzt ist die Zeit gekommen, mich an die ersten Experimente zu wagen. Und was soll ich sagen:

Es macht riesig Spass, ist ein ganz anderes Färben. Mit allen Sinnen sozusagen: Fühlen, Riechen, Schmecken (ja, ich habe während des Hantierens mit den Farben und Stoffen oftmals auch deren Geschmack im Mund), Schauen und Staunen. Ein grosser Unterschied ist auch, dass man ganz anders an die Sache rangehen muss. Es braucht einige Vorbereitungen, bis die Wolle endlich ins Farbbad darf, und auch hier will sie anders behandelt werden als beim Färben mit Säurefarben. Eine sehr spannende Geschichte, bei der ich hoffentlich sehr viel lernen werde. Als erstes natürlich Geduld ;)

Am meisten freut mich, dass ich trotz all der Vorbereitungen immer noch sehr intuitiv färben kann. Denn was mich am meisten beim Wollefärben begeistert, sind die immer wieder neuen und manchmal sehr überaschenden Nuancierungen und Farbspiele die sich durch die verschiedenen Färbetechnicken ergeben.

Aber genug der langen Worte. Hier möchte ich Euch die ersten Färbeversuche mit Natur- und Pflanzenfarben zeigen. Ich hoffe, sie gefallen Euch genausogut wie mir. Ich werde auf jeden Fall weiter damit experimentieren. Als nächstes werde ich Indigo und Lac Dye ausprobieren!

 

 

 

Kommentare: 2
  • #2

    Maike (Montag, 12 November 2018 08:07)

    Liebe Brighid,
    Vielen Dank für Deinen/Ihren Hinweis (leider kann ich Dich/Sie nicht mit direktem Namen anreden, da Du/Sie nur ein Buchstabenkürzel angibst/angeben)
    Den Begriff "Naturfarben" habe ich von diversen Büchern und Anleitungen zum Färben von Stoffen und Wolle mit Pflanzenteilen und anderen Naturstoffen übernommen. Ich habe hier in meinem Blogbeitrag weder behauptet, dass das Färben mit diesen Materialien besonders umweltschonend ist , noch ohne Chemikalien auskäme. Zum Färbeprozess und den dazu verwendeten Materialien habe ich nichts erwähnt. Es ging mir hier in diesem Blogbeitrag lediglich darum zu erzählen, dass ich mich an eine neue Färbemethode herantaste.
    Ich spreche hierbei keine Empfehlung für Allergiker aus! Natürlich gebe ich Dir/Ihnen Recht, dass "Natur- bzw Pflanzenfärbungen" auch Allergien auslösen können und für Babykleidung nur bedingt geeignet sind (im Übrigen sind das ALLE Stoffe und Textilien, die farblich oder in irgendeiner anderen Art behandelt wurden, also auch zB farbiges Holzspielzeug, Babykleidung usw)
    Ich werde dazu in den nächsten Tagen einen extra Blogbeitrag schreiben und darin meine Färbemethoden und verwendeten Materialien weiter erklären.
    Viele Grüße
    Maike

  • #1

    Brighid (Sonntag, 11 November 2018 13:16)

    Der Begriff "Naturfarben" ist für die Färbung mit Pflanzenfarbstoffen völlig falsch. Was dabei gemacht wird, hat mit Natur so viel zu tun wie das Färben mit Säurefarben. Das ist knallharte Chemie. Dazu kommt, dass man beim Färben mit ganzen Pflanzenteilen nicht nur den reinen Farbstoff hat, sondern alle enthaltenen Stoffe an die Faser bindet, inklusive allergieauslösende Stoffe (denn das sind bei Pflanzen nicht immer nur die Pollen) und Gifte. So etwas für Kinderkleidung und Allergiker zu empfehlen, ist grob fahrlässig. Um das zu wissen, benötigt man natürlich das chemische Hintergrundwissen, das ohnehin 90% der Pflanzenfärber benötigen...